Fremdwährungsdarlehen – Chance oder Risiko?
Die größte Anschaffung im Leben vieler Bundesbürger ist das Eigenheim: Mehrere Hunderttausend Euro werden für die eigenen vier Wände investiert, oftmals mithilfe einer Bank. Als Geheimtipp unter den Bauherren galt lange die Einbindung von Fremdwährungsdarlehen in ihre Finanzierung. Aber was ist das eigentlich? Wo liegen die Vorteile – und wo die Risiken?
Die Vorteile von Fremdwährungsdarlehen
Fremdwährungsdarlehen sind vor allem für Bauherren interessant (gewesen). Das Prinzip ist relativ einfach: Statt in Euro nimmt man sein Baudarlehen in einer anderen Währung zu ausländischen Konditionen auf. Da das Zinsniveau im Ausland je nach Land deutlich unter dem von Deutschland liegen kann, lassen sich auf diese Weise deutliche Einsparungen realisieren. Weitere Einsparungen können im besten Fall durch Währungsschwankungen erzielt werden – dann nämlich, wenn der Euro aufwertet oder die Referenzwährung abwertet. Dann schmilzt der Schuldenberg automatisch, die Tilgung kann schneller und einfacher erfolgen.
Die Risiken bei Fremdwährungsdarlehen
Fremdwährungsdarlehen können zum Teil noch immer zu einem Zinssatz deutlich unter 2 Prozent p.a. aufgenommen werden. Die Verlockung ist groß – auch wenn Baudarlehen in Deutschland derzeit sehr günstig zu haben sind, liegen die Zinssätze doch mindestens einen Prozentpunkt höher. Ein Einstieg ist derzeit aber alles andere als sinnvoll: Die Währungsschwankungen sind auch aufgrund der Eurokrise kaum kalkulierbar – das Risiko, das Darlehen nicht bedienen zu können oder plötzlich deutlich mehr zahlen zu müssen ist damit zu hoch. Das Problem: Wer z.B. ein Fremdwährungsdarlehen in Franken bedient, steht derzeit vor dem Problem, dass die Schweizer Währung deutlich aufgewertet hat. Wer jetzt an dieser Finanzierung festhält und weder in Euro switcht noch eine Umschuldung vornimmt, muss erheblich mehr Geld zur Tilgung aufbringen als anfangs kalkuliert – und läuft Gefahr, das Darlehen nicht mehr bedienen zu können, wenn der Franken weiter steigt oder der Euro abwertet.
Was tun im Notfall?
Bauherren und Immobilienkäufer, die bereits die Risiken einer solchen Finanzierung zu spüren bekommen, haben zur Schadensbegrenzung eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, in eine andere Währung umzuswitchen, um entweder durch Währungsschwankungen Gewinne zu realisieren oder das Darlehen sicher in Euro zu bedienen. Die andere Möglichkeit besteht in der Umschuldung: Heute liegen die Baugeldzinsen deutlich niedriger als noch vor wenigen Jahren - wer umschuldet, finanziert sicher in Euro und dennoch zu attraktiven Konditionen. Welche Option die bessere ist, sollte im Einzelfall genau durchgerechnet werden.